Was bedeutet EU-Roaming? – Änderung und Abschaffung ab 15. Juni 2017

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UPDATE 16.06.2017 Pünktlich zur Urlaubszeit tritt die neue EU-Roaming-Verordnung in Kraft. Seit dem 15. Juni 2017 ist nun im EU-Ausland alles inklusive, oder etwa nicht?

“Roam-Like-At-Home” wird das neue Konzept genannt, wodurch das Smartphone künftig auch im EU-Ausland in vollem Umfang genutzt werden kann, so wie man es von Zuhause gewohnt ist. Und das ohne zusätzliche Kosten – so die Theorie.

Zuhause nicht überall gleich

Der Grundsatz “Alles inklusive” ist nicht immer korrekt. Die Provider nutzen verschiedene Möglichkeiten, um ihre Kosten zu kontrollieren. So gelten häufig beispielsweise “Community Flatrates”, also Flatrates zu Kunden des selben Anbieters, nicht im EU-Ausland.Weiterhin ist es möglich, dass der Anbieter in Deutschland ein höheres Datenvolumen gewährt, als im EU-Ausland. Insbesondere Discount-Anbieter haben in letzter Zeit verstärkt Handytarife im Angebot, die auf das nationale Netz limitiert sind. Diese können folglich nicht im Ausland genutzt werden.
Um wirklich sicherzugehen, sollte am besten vor Reisebeginn direkt beim Anbieter angefragt werden, welche Roaming-Bedingungen für den jeweiligen Handytarif gültig sind. Das empfehlen auch die Verbraucherzentralen.

Roaming in der Schweiz kann teuer werden

Die Schweiz ist nicht Mitglied der Europäischen Union und nimmt ebenso nicht am Binnenmarkt teil. Demzufolge kann das Roaming in der Schweiz oder in Grenznähe schnell etwas teurer werden. Sicherheitshalber das Roaming deaktivieren.
Bei manchen EU-Roaming-Flatrate Angeboten ist die Schweiz allerdings inklusive (beispielsweise PremiumSIM).

EU-Roaming Gebühren - Abschaffung ab Juni 2017

Die Nutzung des Mobilfunkvertrags im europäischen Ausland wird als EU-Roaming bezeichnet. Ab Juni 2017 tritt eine neue europaweite Regelung für die Nutzung im EU-Ausland in Kraft. Diese ermöglicht, dass das Telefonieren, Surfen und Simsen günstiger wird.

  1. Wie funktioniert EU-Roaming?
  2. Gebühren für Surfen und Telefonieren in Europa
    1. EU-Roaming Gebühren seit 2016
    2. EU-Roaming-Flatrate
  3. Abschaffung der Roaming Gebühren ab Juni 2017

Wie funktioniert EU-Roaming?

Roaming ermöglicht eine Nutzung des bestehenden Handyvertrags im EU-Ausland. Dafür ist keine separate SIM-Karte notwendig. Die Option “Roaming” kann in den Einstellungen des Smartphones festgelegt werden und liefert dadurch den Zugriff auf die ausländischen Mobilfunknetze.

Diese Option ist meistens deaktiviert und muss im Falle einer gewünschten Nutzung eingeschaltet werden.
Bei Aktivierung der Roaming-Einstellung verbindet sich Dein Endgerät mit dem lokalen Handynetz, sofern Du Dich im Ausland verbindest. Ist bei Deinem Mobilfunkvertrag eine EU-Roaming-Option oder -Flatrate exklusive, können hierbei Gebühren für Telefonieren oder Internetzugang anfallen. Diese Gebühren werden ab dem 15. Juni 2017 nochmals verringert.

Gebühren für Surfen und Telefonieren in Europa

Die Kosten für EU-Roaming sind früher variable gewesen. So entstanden für Gesprächsminuten, SMS oder wenige MB Datenvolumen teilweise hohe Euro-Beträge. Eingehende Anrufe waren ebenfalls mit Zusatzgebühren behaftet.

EU-Roaming Gebühren seit 2016

Seit dem 30. April 2016 wurden die Gebühren für das EU-Roaming reguliert. Die Aufschläge für die Nutzung des Mobiltelefons im europäischen Ausland dürfen maximal betragen:

► 5 Cent pro Minute für abgehende Anrufe
► 1,048 Cent für eingehende Anrufe
► 2 Cent pro SMS
► 5 Cent pro MB Datenvolumen

Falls keine Flatrate vorhanden, beträgt die Summe aus Inlandspreis und Roamingzuschlag maximal:
► 19 Cent pro Minute für abgehende Anrufe
► 5 Cent für eingehende Anrufe
► 6 Cent für SMS
► 20 Cent pro MB

EU-Roaming Flatrate

Bei einigen Handytarifen von Telekom, Vodafone oder o2 ist eine EU-Roaming-Flatrate integriert. Dadurch kannst Du Dein Datenvolumen als auch die Telefon-Flatrate im EU-Ausland kostenlos nutzen und bleibst vor zusätzlichen Gebühren unberührt.
Für Gespräche von Deutschland ins Ausland gilt diese Flatrate allerdings nicht.

Abschaffung der Roaming Gebühren ab Juni 2017

Ab dem 15. Juni 2017 werden die Roaming-Gebühren in der EU einer weiteren Regulierung unterzogen. Ab diesem Zeitpunkt dürfen keine Aufschläge oder zusätzliche Gebühren erhoben werden. Die Inklusiv-Leistungen Deines Handyvertrags nutzt Du folglich in Deutschland als auch im EU-Ausland ohne zusätzlichen Aufpreis.

Allerdings bestehen hier Ausnahmen. Beispielsweise, wenn sich das kostenlose EU-Roaming als zu unwirtschaftlich für den Provider darstellt. Weiterhin können Kosten entstehen, wenn Du Dich mehr im Ausland aufhältst als in Deutschland. o2 bezeichnet die Leistungen deswegen als “Fair Use Policy”, da sich die Angebote an deutsche Kunden orientieren, die den Handytarif vor allem in Deutschland nutzen.
Für Urlaube oder kurze Aufenthalte im Ausland ist diese Regelung allerdings genial.

Zum Schutz der Mobilfunkanbieter sind bestimmte Sonderregelungen zulässig. So ist es möglich, dass Zusatzkosten bei einem gewissen Nutzungsvolumen weiterhin erhoben werden, um zu verhindern, dass Kunden eine günstige SIM-Karte im Ausland erwerben und dauerhaft im Inland nutzen. Das Volumenlimit wird noch diskutiert.

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